Schwarz-Rot-Bunt Preis 2020: „Unser Zeichen gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt“

Als Reaktion auf die rassistischen und rechtsextremistischen Übergriffe und Morde des letzten Jahres hatte sich die Stiftung Schwarz-Rot-Bunt vorgenommen, Aktivitäten im Internationalen Bund (IB) zu würdigen und öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen, die sich aktiv gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt einsetzen. Zudem sollten die Maßnahmen in den Fokus gerückt werden, die trotz der Einschränkungen in der Corona-Pandemie stattgefunden haben. Im Jahr 2020 vergab daher die Stiftung Schwarz-Rot-Bunt einen Preis unter dem Motto „Unser Zeichen gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt. 

Insgesamt hat die Stiftung 16 sehr gute Bewerbungen erhalten. Es ist sehr beeindruckend wie vielfältig und einfallsreich sich unsere IB-Kollegen*Kolleginnen an verschiedenen Standorten bundesweit gegen Rassismus und rechtsextreme Gewalt einsetzen. Filme und Videos wurden gedreht, Interviews und Podcasts aufgenommen, Bildungsreisen, eine digitale Stadtrallye und Schulungen organisiert, es wurde gemalt und kreativ gestaltet, gesungen, und es wurden bunte Pizzen gegen Rechts gebacken. An dieser Stelle wollen wir DANKE sagen und alle ermutigen so weiter zu machen, denn das individuelle Engagement macht die Arbeit der Stiftung Schwarz-Rot-Bunt für Demokratie und Akzeptanz erst möglich. 

Im Rahmen der digitalen Preisverleihung Ende November 2020 hat die Stiftung Schwarz-Rot-Bunt drei Projekte prämiert:

Erster 2. Platz, 2.000 €:  „Respekt Coach Podcast„: Ein Kooperationsprojekt der Standorte Karlsruhe (IB Baden) und dem Kreis Offenbach (IB Südwest).

Wie führt man politische Bildung mit Schüler*innen durch wenn die Schulen geschlossen sind? Die Respekt Coaches Noomi und Anna aus Karlsruhe und dem Kreis Offenbach haben dafür eine Lösung gefunden. Sie haben einen Podcast aus dem Themenspektrum Demokratie und Menschenrechte ins Leben gerufen, um Schüler*innen in der Zeit des Lockdowns weiterhin über diese wichtigen Themen zu informieren. Da dieses Format bei den Jugendlichen und auch den Lehrer*innen sehr gut ankam, haben die zwei Respekt Coaches beschlossen, ihn auch nach der Wiedereröffnung der Schulen weiterlaufen zu lassen. In ihrem Podcast berichten sie unter anderem über die Bewegung „Black Lives Matter“, über Corona und Demokratie oder über Verschwörungsmythen. Alle zwei Wochen erscheint eine neue Folge und auch die Anfragen der Hörer*innen werden gerne entgegengenommen. „Wir wollen ein Format anbieten, dass es ermöglicht mitzumachen,“ so die beiden Macherinnen.

Zweiter 2. Platz, 2.000 €:  „Kurzintervention Radikalismustendenz“: eine Maßnahme des Betriebs Landkreis Görlitz (IB Mitte), Team Neue ambulante Maßnahmen.

Die Maßnahme richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren, bei denen ein Delikt wegen Verfassungsfeindlichkeit zur Anzeige gebracht wurde. Die Kurzintervention besteht aus einem Vorgespräch, zwei bis drei Arbeitseinheiten und einem Abschlussgespräch. Im Verlauf der Intervention wird die verfassungsfeindliche Handlung und ihre Auswirkung reflektiert und das Bewusstseins für das Rechtssystem und seine Funktion geschaffen. Es werden Bewältigungsideen entwickelt, um weitere Delikte zu vermeiden und verantwortungsvolleres Handeln zu fördern. Im ersten Arbeitselement wird dem Jugendlichen erklärt in welchem Rechtssystem wir leben (z.B. welche Regeln gelten hier?) und was er damit zu tun hat. Im zweiten, erlebnispädagogischen Teil, geht es um die persönliche Begegnung. Der Jugendliche trifft eine Person der Betroffenenseite oder nimmt an einer Aktivität teil (z.B. Stolpersteinführung). Einige der Teilnehmenden haben Interviews mit der Polizei geführt, um ihre Ängste abzubauen und einen Perspektivenwechsel zu Rolle und Funktionen der Polizei zu erlangen. Im Abschlussgespräch werden die Teilnehmenden ihre wesentlichen Erkenntnisse „zum Mitnehmen“ verewigen: Sie gestalten kreativ etwas Persönliches z.B. Symbole, Fotos, Sätze in Form einer Hosentaschenkarte, einer Grafik etc. Wenn eine andere Person geschädigt wurde, kann eine Wiedergutmachung in Form einer Entschuldigung geplant werden.


1. Platz, 5.000 €: „Der IB positioniert sich politisch gegen Rechtspopulismus“: Ein Projekt des IB Süd, IB Region Südbayern.

Eine IB-interne Arbeitsgruppe von zehn Interessierten aus allen Geschäftsfeldern in Südbayern hat eine Positionierung gegen Rechtspopulismus, daraus resultierende Handlungsleitlinien und eine öffentlichkeitswirksame Postkarte entwickelt. Ziel war es, eine nach außen sichtbare und eindeutige Position zum Thema Rechtspopulismus und Rassismus zu entwickeln. Die Handlungsleitlinien sollen IB-Mitarbeitenden Orientierung und einen Rahmen geben, wie sie gegenüber rechtspopulistischen Kontakten Haltung zeigen können. Das Positionspapier wurde an alle 350 IB-Mitarbeitende in Südbayern verteilt. Aber auch Kooperationspartner*innen und jegliche politischen Akteure, die Kontakt mit dem IB aufnehmen möchten, sollen erreicht werden.

 

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